„Screamer“ ist zurück – und zwar nicht leise, sondern mit quietschenden Reifen, Neonlichtern und ordentlich Anime-Pathos. Milestone gräbt sein allererstes Spiel aus den 90ern aus und macht daraus kein simples Remake, sondern ein stylisches Arcade-Combat-Racing mit einer Art Fighting-Game-DNA. Statt nur Autos wählt man diesmal Fahrer mit Persönlichkeit, Stärken, Schwächen und Spezialattacken – die Idee von „Street Racer“ also, hoffentlich in gut.
Um 1995 herum schwärmte mein Sitznachbar in der Schule von „Bleifuss!“. Damit wäre laut ihm praktisch der Zenit erreicht, was Rennspiele angeht. Ich traute dem Braten nicht, denn ein deutsches Spiel mit derart plumpem Titel konnte einfach nichts hermachen. Zudem mangelte es mir ohnehin an dem obligatorischen Pentium-Prozessor.
Fast 30 Jahre später habe ich mich entschieden, dem Game eine Chance zu geben und habe gelernt, dass es zum einen in Italien produziert wurde und zum anderen regulär „Screamer“ heißt. Bis auf die endlosen Gitarrensolos und den over-the-top-Kommentator ist das Spiel ziemlich cool. Null Lizenzen können manchmal auch die Fantasie anregen.
Bleifuss! reloaded: Screamer drückt aufs Gas
Manche Spiele verschwinden einfach, andere brennen sich ein. „Screamer“ zählt für uns klar zur zweiten Kategorie. Damals PC-Arcade gegen „Ridge Racer“, „The Need for Speed“ und „Daytona“ – heute ein Comeback, das laut aufheult. Milestone holt sein Erstlingswerk zurück auf die Strecke für ein neongetränktes Arcade-Spektakel mit unverkennbaren Charakter.
Der neue Trailer macht klar: Hier geht es nicht um feuerfeste Rennanzüge und Windkanalwerte. „Screamer“ setzt voll auf 80er-Anime-Vibes, Heldenposen und polierte Karren. Akira lässt grüßen!
Neue Herangehensweise, aber Arcade-Vibe bleibt
Auch spielerisch wird umgedacht: Statt nur ein Auto auszuwählen, entscheidet man sich für Fahrer mit eigenen Stärken, Schwächen und Spezialfähigkeiten. Wer sauber fährt, lädt Energieleisten auf – und die lassen sich in Boosts, Schutzschilde oder handfeste Angriffe ummünzen. Trifft man einen Gegner im richtigen Moment, fliegt der auch schon mal spektakulär von der Strecke. Fans von „Burnout Takedown“ wissen, wie gut sich das anfühlt.
Dass man jetzt jederzeit mit dem rechten Stick driften kann, klingt reichlich kurios. Aber laut Hersteller soll man so seinen ganz eigenen Fahrstil entwickeln können. Schön auch: Es wird einen Story-Modus geben.
Wir jedenfalls erinnern uns gerne an „Bleifuss!“ und das Fun-Racer-Spin-Off „Bleifuss Fun“ zurück und hoffen, dass „Screamer“ nicht nur ein innovatives Racing-Game werden wird, sondern auch in der ein oder anderen Weise eine Brücke zu den Originalen schlagen wird. Und sei es nur über ein paar Easter Eggs.
Ihr erhaltet das Spiel auf der aktuellen XBox sowie auf der PS5 und digital für PC.
Bild: Milestone S.r.l.
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