Mit „Bomb Jack Twin“ ist ein Arcade-Klassiker, der vor allem in Japan zündete, für moderne Konsolen veröffentlicht worden. 1993 erschien das Game in den Spielhallen, der erste Teil von 84 schaffte es, einige Ports für diverse Heimcomputer zu erhalten, weshalb das Spielprinzip für Kids der 80er und frühen 90er ein vertrautes sein dürfte. Hinter der Veröffentlichung steckt einmal mehr HAMSTER Corporation.
„Bomb Jack Twin“ spielt sich auf nur einem Screen ab und präsentiert sich als einwandfreies TATE-Game. Die Switch ist ja eigentlich ideal für das Spielen von Games im TATE-Mode ausgelegt und es gibt vereinzelt Hersteller von Griffen, die dieses Spielerlebnis bequem machen: So veröffentlichte Evercade beispielsweise ein solches ergonomisches Kunststoffteil für die Switch 1. Kann man denn „Bomb Jack Twin“ hochkant spielen? Leider nein.
Dafür aber gibt es unter anderem einen Caravan-Mode, der sich besonders gut eignet, um kleine Matches innerhalb eines klaren Zeitfensters auszutragen: Gewinner ist, wer es am weitesten an die Spitze der Highscore schafft.
Aber nun erst einmal zum Hauptspiel: Ihr seid eine Art maskierter Superheld mit einem übermenschlichen Sprungverhalten. Ein Knopfdruck genügt und ihr erreicht den oberen Rand des Screens. Die Steuerung ist super flüssig, kein Vergleich zu anderen Hüpfspielen wie „Ice Climber“, bei denen in erster Linie die Vertikale zählt.
Ihr müsst Bomben aufsammeln und Gegnern entweichen: That’s it. Erreicht ihr eine Kugel mit einem aufgedruckten „P“, verwandeln sich die Feinde in Tokens, die ihr aufsammeln könnt und ihr solltet bestenfalls das Level innerhalb der ungefährlichen Sekunden abschließen. Fertig seid ihr, wenn keine Bombe mehr da ist. Blinkende Bomben bringen extra Punkte, falls sich wer für seinen genauen Punktestand interessiert.
Bomben über Schloss Neuschwanstein
Ganz reizend ist, an welche Spiele „Bomb Jack Twin“ noch so erinnert: Man reist auf einer Weltkarte von Zone zu Zone und trägt seine Challenges zumeist vor historischen Bauten aus. Beispiele wären die chinesische Mauer, der Eifelturm oder das Taj Mahal. Moment mal: Das haben wir doch ganz genauso schon in „Pang!“ von 1989 gesehen? Stimmt, jedoch kam der Bomb-Jack-Urvater, der bereits auf das Prinzip Weltreise setzte, schon 1985 raus. Wer hat sich hier also von wem „inspirieren lassen“?
Überkommt uns die kurzzeitige Ohnmacht, wenn uns ein Gegner berührt hat, erscheint das Sprite eines Engelchens, das wohl aus dem 1990er „ActRaiser“ entliehen wurde. Zufall oder die beste Referenz ever? Wir wissen es nicht.
Sind die drei Leben, oder wie viele man auch immer im Menü eingestellt hat, verloren, kann man via Continue genau da anfangen wo man aufgehört hat. Keine Bombe muss ein zweites Mal eingesammelt werden.
Zwischendurch gibt es Bonus Games, bei denen es allein auf Geschwindigkeit ankommt. Eine nette Abwechslung, aber irgendwann sind sie in der kurzen Zeit, die einem vergönnt wird, nicht mehr zu realisieren.
Ihr habt die Chance, vier Schwierigkeitsgrade einzustellen. Wir sind nicht sicher, ob es sich hierbei um die Stufen handelt, die man als Betreiber des Arcade-Automaten selbst in der Maschine umschalten konnte oder ob sie praktisch für den neuen Release nachgepatcht wurden.
Gegnermäßig erscheinen vor allem Papageien und Skelette, berühren die Skelette den Boden, werden sie zu Ufos, die auf euch zuzusteuern versuchen. Hand aufs Herz: Die Wahl der Gegnertypen wirkt recht beliebig und uneinheitlich.
Die Musik erfüllt ihren Zweck, nur leider wiederholen sich die Abschnitte, in denen man via P-Kugel durchs Level stürmen kann, mit ihrem antreibenden Drive sowie die Level-Abschluss-Melodie, in allzu kurzen Intervallen. Man wird den Klangsegmenten irgendwann wirklich überdrüssig.
Zu bemängeln wäre leider noch, dass sich das Spiel grenzenlos hinzuziehen scheint. Irgendwann ist die Gegnerzahl einfach übertrieben und es gibt kaum noch eine Chance Fortschritt zu machen. Ein tatsächliches Feel-Good-Erlebnis fehlt natürlich, wenn man das Arcade-Spiel nicht wirklich finishen kann.
„Bomb Jack Twin“ aus der Reihe „Arcade Archives“ ist bereits für 6,99 Euro für die letzte Konsolengeneration erhältlich und für 8,99 Euro in einer Version mit mehr Funktionen für Switch 2 und Co. Ihr könnt noch immer auch den Vorgänger „Bomb Jack“ erwerben, wir empfehlen aber die in unseren Augen optisch und soundtechnisch reizvollere Fortsetzung. Außerdem verfügt nur der zweite Teil über einen Multiplayer.
Bild: HAMSTER Corporation
The good
- Angenehme Steuerung
- Spaßiges Spielprinzip
The bad
- Musikwiederholungen können anstrengend werden
- Spätere Level praktisch unmöglich


















