Eine riesige Stadt, coole Autos, brutale Schießereien und jede Menge Crime: Das Konzept der „Grand Theft Auto“-Spiele ist ein Garant für Meisterwerke. Kein Wunder also, dass es etliche Klone gibt. Nur haben diese anschaulich bewiesen, dass das Konzept leider doch nicht so ein Selbstläufer ist. Einige von ihnen haben sich aber dennoch etabliert – sei es, weil sie gut kopiert haben oder weil sie genug neuen Ideen mit sich gebracht haben. Wir stellen euch fünf hervorragende „GTA“-Klone vor. Falls ihr euch also die Wartezeit bis „Grand Theft Auto VI“ etwas versüßen möchtet, seid ihr hier genau richtig.
Sleeping Dogs
Während die „GTA“-Teile allesamt in den USA spielen und fiktive, an reale Orte angelehnte Städte, beinhalten, geht es mit „Sleeping Dogs“ nach Hongkong. Erschienen ist das Game 2012 für PC, PS3 und Xbox 360 unter der Aufsicht von keinem geringeren Publisher als Square Enix. Besonders positiv in Erinnerung geblieben sind uns das Kampfsystem, das Setting und die Story. Ihr schlüpft in die Rolle von Wei Shen, einem Undercover-Polizisten, der sich in die Sun-On-Yee-Triade einschleust, eine mächtige kriminelle Organisation. Die Handlung dreht sich um Wei Shens inneren Konflikt zwischen seiner Loyalität zur Polizei und den persönlichen Bindungen, die er innerhalb der Triade entwickelt. Klar wird auch hier geballert, aber der Kern des Kampfgameplays liegt in dem Martial-Arts-System des Spiels. Am besten lässt es sich wohl mit dem Nahkampf in der „Batman: Arkham“-Reihe vergleichen: flüssig, schön anzusehen und die Umgebung wird kreativ miteinbezogen.
Watch Dogs
Von schlafenden Hunden kommen wir nun zum exakten Gegenteil: „Watchdogs“ erschien 2014 für PC, PlayStation 3, PlayStation 4, Xbox 360, Xbox One und sogar für Wii U – kennt das Teil noch jemand? Jedenfalls stellt das Spiel eine interessante Frage: Was passiert, wenn ein ganzes Stadt-System hackbar wird und in den falschen Händen landet? Denn die Welt basiert auf dem fiktiven Überwachungssystem ctOS, das alle städtischen Daten, Verkehrssysteme, Kameras und persönliche Daten vernetzt – und damit angreifbar macht. Mit der amerikanischen Stadt Chicago als Schauplatz bekommen wir damit einige spannende Gameplay-Elemente, die man so vorher nicht gesehen hat. Der Protagonist Aiden Pearce ist nämlich selbst ein brillanter Hacker, der in der Lage ist Ampeln per Handy umzuschalten, Kameras zu übernehmen, Bankkonten von Passanten zu hacken oder sogar ganze Stromnetze auszuschalten. Im Vergleich zu „Sleeping Dogs“ konnte „Watch Dogs“ sogar eine ganze Reihe etablieren. Nach dem Teil erschienen noch zwei weitere, die allerdings spielerisch und tonal deutlich anders wurden.
Saints Row
Die „Saints Row“-Reihe hat sich im Laufe der Zeit von einem ernsthaften „GTA“-Klon zu einer verrückten und überdrehten Parodie auf das Genre weiterentwickelt. Während der erste Teil von 2006 noch recht ähnlich zu den Spielen von Rockstar Games war, bot bereits der zweite Teil 2008 größere Freiheiten und mehr Humor. Spätestens mit dem dritten Teil von 2011 kam der Wendepunkt. „Saints Row: The Third“ war einfach nur noch abgedreht, voller popkultureller Anspielungen und diverser witziger Waffen, wie zum Beispiel dem Dildo-Schwert. Aber die grundlegenden Kernmerkmale sind gleich geblieben: Wie es sich für einen „GTA“-Klon gehört, bieten die „Saints Row“-Spiele offene Städte mit diversen Missionen und in den meisten Teilen spielt man ebenfalls ein aufstrebendes Gangmitglied, das sich zur Spitze kämpft. Wer also mal eine chaotische, humorvolle Alternative zu „Grand Theft Auto“ sucht, ist hier genau richtig.
Mafia
„GTA“-Klone müssen nichts zwangsweise in der Moderne spielen. Eine Reihe, die das anschaulich bewiesen hat, ist die „Mafia“-Reihe. Während der erste Teil in der fiktiven Stadt Lost Heaven in den 1930er-Jahren spielt, verlagert sich das Setting im zweiten Teil nach Empire Bay 1940 bis 1950 und in Teil 3 letztendlich nach New Bordeaux, das von New Orleans der 1960er Jahren inspiriert ist. Der erste Teil erschien bereits 2002 und hat Eindruck hinterlassen: Prohibition, alte Autos, Jazzmusik und Art-Deco-Stil – hier fühlt man sich wirklich in die Vergangenheit versetzt. Als Spieler steuern wir Tommy Angelo, der durch Zufall in Konflikt mit der Mafia gerät und schließlich bei der Salieri-Familie anheuert. Das Gameplay bietet zwar eher ein lineares Missionsdesign, aber das Ganze ist in einer großen und offenen Stadt eingebettet. Auch die beiden anderen Teile gehen in eine ähnliche Richtung. Während Teil 2 eine Semi-Open World bietet, wird es im dritten schließlich detailreicher.
Driver
Zum Schluss haben wir noch „Driver“ oder besser gesagt „DRIV3R“ aus dem Jahr 2004. Denn der erste Teil kam noch vor „GTA III“ heraus und hatte ganz klar einen anderen Fokus und in „Driver: San Francisco“, das 2011 unter anderem für PS3 erschienen ist, konnte man nicht mal aus dem Auto aussteigen. „DRIV3R“ dagegen war ein klarer Versuch „GTA“ Konkurrenz zu machen. Es gab Verfolgungsjagden, aber man konnte auch zu Fuß laufen und Waffen verwenden. Auch die Missionsstruktur und Open World ging offensichtlich in Richtung „GTA“. Die angesprochenen Verfolgungsjagden konnte man übrigens sogar aufnehmen und wie einen Actionfilm nachbearbeiten. Die Story dreht sich um Tanner, der wieder undercover unterwegs ist und gegen eine internationale Autodiebstahl-Gang ermittelt. Mit Michael Madsen als Tanner setzte man auf eine filmreife Inszenierung. Nur die PS2 Version war eine Katastrophe mit diversen Bugs und Framerate-Problemen.
Kennt ihr noch weitere „GTA“-Klone, die sich vor ihrem großen Vorbild nicht verstecken müssen?
Bilder: Square Enix, Ubisoft, Deep Silver, 2K, Atari
Kommentar hinterlassen