LEGO bringt Pokémon als Klemmbaustein-Sets auf den Markt. Optisch machen die Modelle keinen schlechten Eindruck – doch beim Blick auf die Preise dürfte selbst eingefleischten Fans kurz der Atem stocken. Zum 27. Februar werden die ersten Kinder dieser Kooperation ausgeliefert.

Im Mittelpunkt der neuen Reihe steht das Set mit den finalen Entwicklungen der Kanto-Starter: Bisaflor, Glurak und Turtok. Statt Glumanda, Schiggy und Bisasam hat sich LEGO direkt für deren Endstufen entschieden – ein mutiger Schritt, aber irgendwie auch eine spannende Entscheidung. Auf einer dreigeteilten Basis mit Elementen der Typen Pflanze, Feuer und Wasser inszeniert, richten sich die Figuren klar an erwachsene Sammler.

Mit 6.838 Teilen ist das Set gigantisch. Der Preis allerdings setzt neue Maßstäbe: 649,99 Euro. Wow!

Wer glaubt, mit den kleineren Sets günstiger davonzukommen, wird schnell eines Besseren belehrt. Das Pikachu-und-Pokéball-Set besteht aus 2.050 Teilen, ist zweifellos charmant inszeniert, auch wenn Pikachus Nacken etwas steif nach oben gerichtet ist, kostet aber knapp 200 Euro.

Das Evoli-Set ist mit etwa 60 Euro zwar das günstigste der neuen Reihe, wirkt mit 587 Teilen und sehr eingeschränkter Funktionalität jedoch ebenfalls teuer. Ein beweglicher Schwanz allein rechtfertigt diesen Preis kaum, selbst unter Berücksichtigung der beliebten Marke.

Sammler statt Spieler – aber zu welchem Preis?

LEGO versieht sämtliche Sets mit einer Altersfreigabe ab 18 Jahren und positioniert sie klar als Sammlerobjekte. Diese Pokémon sind nicht zum Spielen gedacht, sondern zum Bauen und Ausstellen. Doch genau hier liegt das Problem: Pokémon ist eine Marke, die generationsübergreifend funktioniert und stark mit Zugänglichkeit, Kindheit und Sammelleidenschaft verbunden ist. Mit Preisen, die selbst für „90er-Kinder mit Erwachsenen-Gehalt“ schmerzhaft hoch sind, riskiert LEGO, einen großen Teil der Fanbasis auszuschließen.

Gestalterisch liefern die LEGO-Pokémon-Sets bereits vieles was sich Fans wünschen. Preislich hingegen schießen sie deutlich über das Ziel hinaus. Rund 650 Euro für das Kanto-Power-Trio mögen für Hardcore-Sammler vertretbar sein – für den Großteil der Community dürfte dieser Betrag jedoch jenseits jeder emotionalen Nostalgie liegen.

Wer Klemmbausteine und Pokémon liebt, dem seien weiterhin die Sets der Mattel-Marke Mega Bloks empfohlen. Derzeit sind einige davon bei Amazon zum reduzierten Preis zu haben.

Bild: Lego

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