Was wäre der japanische Videospielgigant Nintendo ohne seine zahllosen ikonischen Figuren? Teilweise sind sie über die Gamerszene hinaus längst zu popkulturellen Phänomenen geworden. Doch wie kam Nintendo eigentlich auf ihre Namen? Der erste Teil unserer Special-Serie befasst sich mit dem weltberühmten Klempner aus Brooklyn.

Während Sony und Microsoft sich bei ihren Konsolen in jeder Generation fast nur mit Hardware-Power zu überbieten versuchen, geht Nintendo schon lange einen anderen Weg: Innovation und Pflege der hauseigenen Software-Marken. Denn in erster Linie gilt noch immer die Regel, dass Hardware durch Software verkauft wird.

Nintendo profitiert hier im besonderen Maße von seinen familienfreundlichen Titeln. Denn Spiele mit Mario und Co. begeistern und prägen junge Gamer, die auch als junge Erwachsene und spätere Eltern der Marke treu bleiben und wiederum ihre Kinder in die Welt von Nintendo einführen. Durch ihr schlicht gehaltenes, aber prägnantes Aussehen – ein Übrigbleibsel aus Pixelzeiten – sind Nintendos Kultfiguren besonders einprägsam, was durch ihre kurzen, aber knackigen Namen nur verstärkt wird. Fällt der Name, egal in welchem Kontext, wissen teils selbst Nicht-Gamer, wer damit gemeint ist.

Level Design Mario
Der letzte Klempner der noch um seine Prinzessin kämpft

Marios Namenspate wartet noch auf Tantiemen

Nintendos Maskottchen schlechthin: Den kleinen und dicklichen italienischen Klempner mit Schnauzbart, blauer Latzhose, rotem Hemd und Mütze sowie schneeweißen Handschuhen lieben Fans heute genauso wie vor über 35 Jahren. Und spätestens wenn er am Bildschirm laut „It‘s a me – Mario!“ und „Mamma mia!“ ruft, dürfte jeder wissen, wen sie da vor sich haben.

Dabei hatte Nintendos Galionsfigur zu Beginn gar keinen wirklichen Namen. Bei seinem ersten Auftritt im Arcade-Klassiker „Donkey Kong“ war der Held noch nicht einmal ein Klempner, sondern von Beruf Zimmermann, wie Schöpfer Shigeru Miyamoto immer wieder betonte. Zunächst taufte Miyamoto die Figur auf den Namen Mr. Video. Der Name änderte sich später in Jumpman, da die wichtigste Aktion in „Donkey Kong“ darin bestand, über die Hindernisse zu springen.

Seinen heutigen Namen erhielt Mario dann durch einen glücklichen Zufall: Anfang der 1980er-Jahre war Nintendo gerade im Begriff, mit „Donkey Kong“ auf dem US-Markt Fuß zu fassen. Dazu hatte man ein Lager mitsamt Büros in Tukwila südlich von Seattle im US-Bundesstaat Washington angemietet. Der Vermieter des Gebäudes war Mario Arnold Segale. Und weil der der damalige Präsident von Nintendo of America, Minoru Awakawa, gewisse Ähnlichkeiten zwischen Segale und Jumpman erkannte, wurde aus Jumpman kurzerhand der italienische Klempner Mario.

Tatsächlich lautet sein voller Name gar Mario Mario. Trotz des weltweiten Erfolgs der Nintendo-Figur hielt sich Segale aus der Öffentlichkeit zurück. In einem seiner wenigen Interviews ließ er 1993, auf der Höhe von Super Marios Popularität, gegenüber The Seattle Times wahrscheinlich scherzhaft wissen, dass er noch immer auf seine Tantiemen warte.

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