Shoot ’em ups der 16-Bit-Ära sind eine feine Sache: Titel wie „Parodius“ stehen für Kreativität, Humor und regelrechte Exzesse. Cotton zeigte, dass auch bunte Hexen, Zaubersprüche und märchenhafte Gegner in einem Kugelhagel ihren ganz eigenen Charme entfalten können. Entsprechend groß war die Vorfreude, als „Twilight Parade: Moonlit Mononoke“ angekündigt wurde – ein neues Shmup, das optisch genau in diese Kerbe schlägt. Doch hinter der niedlichen Fassade verbirgt sich ein Problem: Das Spiel kann seine bezaubernde Optik nicht mit überzeugendem Gameplay untermauern.
Schöne Optik, träge Hexen
Visuell ist Twilight Parade ein kleiner Genuss. Die Levels sind liebevoll gestaltet, die Gegner putzig und abwechslungsreich – niedliche Froschwesen, reizende Winkekatzen und schaurige fliegende Augen sorgen für charmante Abwechslung. Doch das direkte Spielgefühl enttäuscht: Die Hexen bewegen sich viel zu langsam, Speed-Power-Ups, wie man sie aus „Gradius“ und ähnlichen Titeln kennt, bleiben komplett aus. So wirkt das Tempo oft zäh und träge, was den Spielspaß enorm mindert.
Zur Musik: Generische Hardrock-Riffs und ein peitschendes Schlagzeug im Kontext niedlicher Märchenwelten: ernsthaft? Falls man wirklich vorhatte, eine interessante Bild-Ton-Schere zu schaffen, hat man sich ordentlich verhoben. Wichtiger noch ist natürlich das direkte Gameplay. Irgendetwas stimmt nicht mit dem Tempo eurer Hexen-Charaktere. Viel zu langsam steuern sie sich. Zunächst wartet man vergeblich auf ein Speed-Power-Up, wie man es aus „Gradius“ und Co. kennt: Vergebens.
Ermüdende Bosse, begrenzte Animation
Die Bosskämpfe sind ernüchternd. Die großen Endgegner bewegen sich kaum, während unzählige Geschosse in klassischer Bullet-Hell-Manier auf euch zufliegen. Animationen fehlen, dynamisches Gameplay bleibt aus. Hier bleibt die verspielte Optik das einzige Highlight.
Verschenktes Potenzial
„Twilight Parade: Moonlit Mononoke“ ist ein Spiel, das auf allen modernen Plattformen – inklusive Steam – für rund sechs Euro erhältlich ist. Es wirkt, als sei das Projekt zu schnell umgesetzt worden, ohne das Gameplay ernsthaft zu polieren. Ja, es schreit danach, dass wir hier ein Spiel vorliegen haben, das mit zu wenig Mitteln und zu kurzer Zeit umgesetzt wurde. Schade, denn Cute ’em ups haben definitiv mehr Aufmerksamkeit verdient. Hier wurde eine Chance verpasst, dem Sub-Genre einen wirklich spannenden Eintrag hinzuzufügen.
Bild: Super16bits
The good
- Süße Optik
The bad
- Zu langsame Steuerung
- Schlimme Musik
- Einseitige Bosskämpfe



















