In den „Dragon Quest“-Spielen steht die Story nicht an erster Stelle. Klingt erstmal wie ein Widerspruch – immerhin gilt die Reihe als Urgestein der klassischen JRPGs. Doch genau das hat Serien-Schöpfer Yuji Horii seinem langjährigen Weggefährten Jin Fujisawa offenbar immer wieder eingeschärft.
Der ehemalige Director von „Dragon Quest IX“ und „X“ erinnert sich in einem aktuellen Interview daran, dass Horii großen Wert auf etwas anderes legt: die Spielerfahrung. Statt zuerst eine epische Handlung zu schreiben, gehe es darum, sich zu fragen, welche Momente Spieler überhaupt erleben sollen. Die Story entstehe dann erst im Anschluss, quasi als Rahmen für diese Erlebnisse.
Wenn Entscheidungen zur eigenen Geschichte werden
Ein oft genanntes Beispiel ist „Dragon Quest V“. Die Entscheidung, welche Figur der Held heiratet, ist weniger ein klassischer Story-Twist als vielmehr ein persönlicher Moment für die Spieler. Jeder trifft seine eigene Wahl und genau daraus ergibt sich eine individuelle Geschichte, die sich stärker anfühlt als ein fest vorgegebenes Skript.
Horii wollte laut Fujisawa vor allem eines erreichen: Überraschung und Beteiligung. Spieler sollen nicht nur einer Handlung folgen, sondern aktiv Teil davon sein. Dieses Prinzip zieht sich bis heute durch die Reihe und erklärt, warum „Dragon Quest“ trotz meist einfacher Plots so viele Fans begeistert.
Gerade aus heutiger Sicht wirkt dieser Ansatz fast modern. Während viele Spiele auf cineastische Inszenierung setzen, erinnert „Dragon Quest“ daran, dass ein gutes Spiel vor allem eines liefern muss: unvergessliche Erlebnisse.
Wie ist eure Meinung dazu? Sollte bei JRPGs die Story an erster Stelle stehen oder nicht?
Bild: Square Enix
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