Wenn man an Atomenergie denkt, fallen einem sofort riesige Kühltürme und Kühlbecken mit Brennstäben ein. Doch es geht auch in einem kleineren Maßstab. Ian Charnas, ein amerikanischer Youtuber mit einem Hochschulabschluss in Maschinenbau und Computertechnik, hat einen Handheld mit einer nuklearbetriebenen Batterie erfunden.

Natürlich ist die Batterie nicht gefährlich. Sie läuft mit Tritium. Tritium (3H) oder auch überschwerer Wasserstoff bzw. superschwerer Wasserstoff ist ein in der Natur vorkommendes Isotop, das aus einem Proton und zwei Neutronen besteht. Tritium ist auch leicht radioaktiv, ein sogenannter Beta-Strahler, der mit einer Halbwertszeit von 12,32 Jahren zu stabilem Helium (3He) zerfällt. Die Strahlung kann die menschliche Haut nicht durchdringen, sodass sie nur durch Einatmen, Essen, Trinken oder Diffusion durch die Haut schädlich für den Körper werden kann.

Kein originaler Game Boy

Die Tritium-betriebene Batterie hat leider einen Nachtteil, denn es dauert mehr als zwei Monate, die Batterie aufzuladen und die Energie reicht dann nur für eine Stunde „Tetris“ auf dem Handheld. Deswegen hat Charnas auch keinen originalen Game Boy verwenden können, denn die Batterie erzeugt nur eine maximale Leistung von 1,5 Mikrowatt und der Game Boy verbraucht fast eine Millionen Mikrowatt. Die kostengünstigere Alternative hingegen verbraucht nur tausend Mikrowatt und kann mit der Batterie betrieben werden.

Die technischen Feinheiten seines Projekts könnt ihr hier sehen:

Leider ist die mit Tritium betriebene Batterie durch die Aufladezeit von zwei Monaten und die geringe Spielzeit von einer Stunde keine wirkliche Alternative zu herkömmlichen Batterien. Das Projekt ist eher ein Sammlerstück für begeisterte Fans. Wenn euch das Projekt gefällt, dann könnt ihr es sogar ersteigern. Denn der nuklearbetriebene Handheld wird bei einer Online-Verlosung angeboten. Ein Los kostet einen US-Dollar und der Erlös soll an eine wohltätige Organisation gespendet werden.

Bild: Ian Charnas

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