Lara Croft wird 30! Zum Jubiläum von „Tomb Raider“ blicken zwei Entwickler des Klassikers in einem Interview mit dem britischen Guardian auf die Entstehung zurück. Dabei kommt auch die ziemlich freizügige Vermarktung der berühmten Archäologin zur Sprache.
Als „Tomb Raider“ 1996 erschien, wurde Lara Croft praktisch über Nacht zum Videospiel-Superstar. Doch ursprünglich sah die Heldin ganz anders aus, wie Mitentwickler Paul Douglas im Gespräch mit dem Guardian erzählt.
Sex sells
Anfangs war Lara als lateinamerikanische Abenteurerin geplant. Ihr Aussehen sei realistischer und beinahe androgyn gewesen. Erst im Laufe der Entwicklung bekam sie ihre bekannten Proportionen und wurde zur britischen Aristokratin. Nach dem überraschenden Erfolg des Spiels erkannte Publisher Eidos schnell das Marketingpotenzial der Figur. Lara tauchte in Männermagazinen auf und wurde in Werbekampagnen gerne besonders sexy in Szene gesetzt.
Nicht alles davon kam beim Entwicklerteam gut an. Level-Designerin Heather Stevens findet rückblickend zwar, dass Eidos mit dem Fokus auf Lara grundsätzlich richtig lag. Bei manchen Outfits und Posen habe man es allerdings übertrieben. Die übermäßige Sexualisierung zeuge ihrer Meinung nach von mangelnder Fantasie. Douglas sieht die Sache ähnlich differenziert. Laras Vermarktbarkeit habe „Tomb Raider“ enorm geholfen. Gleichzeitig hofft er, dass auch die Qualität des eigentlichen Spiels für sich gesprochen hat.
Und die konnte sich bekanntlich sehen lassen: „Tomb Raider“ begeisterte mit seinen riesigen 3D-Levels, kniffligen Rätseln und einer Heldin, die damals aus der Masse herausstach. 30 Jahre später gehört Lara Croft längst zu den größten Ikonen der Videospielgeschichte. Ganz unabhängig von ihren „berühmten“ Polygonen.
Wie seht ihr das? Hat Eidos es bei Laras Vermarktung damals übertrieben oder gehörte das einfach zum Kult um „Tomb Raider“?
Bild: Crystal Dynamics
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